Es versprach ein schöner Tag zu werden. Ich hoffte, am Nachmittag
würden sich sonnige minus 8 Grad ausgehen. Am Vorabend bereits stellte
ich knapp 50 Liter Wasser auf den Ofen, damit es über Nacht warm werden
konnte. Am Morgen jedoch verkündete Gaetan, dass er nach Eagle fahren
würde. Er schlug vor, die Wäsche gleich zu waschen, damit er dich
Generator-Aufsicht übernehmen konnte. Gesagt, getan. Ich zog Anya (und
mich selber) warm an, nahm meine extra-langen Gummihandschuhe und das
Waschpulver mit nach draußen, holte vom Nebenraum die schmutzige
Bettwäsche und wir richteten die Waschmaschine her für den Betrieb. Wir
maßen minus 15 Grad.
Die Waschmaschine steht bei uns auf dem
überdachten Bereich vor dem Lagerraum. Im Haus haben wir nämlich zum
Einen keinen Platz dafür und zum Anderen haben wir ohnehin keine
Abwasserleitungen im Haus. Ich wischte die Waschmaschine aus - ein paar
Tannennadeln finden immer ihren Weg in die Waschtrommel - und holten
das warme Wasser aus dem Haus: Erst transferierte ich das heiße Wasser
von Töpfen in einen 20-Liter-Eimer, den ich dann raus und um das halbe
Haus herum zur Waschmaschine schleppte. Im Gesamten verbrauchte ich für
die Operation (Waschen und Spülen) 120 Liter oder 6 Eimer Wasser. Anya inspizierte Wasser, Wäsche und Waschtrommel genauestens.
Als
das Wasser, das Waschmittel und die Wäsche in der Waschmaschine waren,
startete Gaetan den Generator. Die Waschmaschine summte ganz kurz, und
dann passierte weiter gar nichts. Nach drei vergeblichen Versuchen
während derer ich mich fragte, was ich wohl mit der nassen Wäsche und
dem Wasser machen würde, wechselte Gaetan zum großen Generator. Und der
schaffte es endlich, die Waschmaschine mit all ihren gefrorenen Teilen
und Schmiermitteln in Gang zu setzen.
Nach dem Waschgang musste
ich die Waschmaschine auf "Leerlauf" schalten und die einzelnen
Wäschestücke raus nehmen und auswringen. Anya war während der gesamten
Operation sehr brav und spielte mit einem Holzbrett "rutschen". Ich
vergewisserte mich, dass sie ihre Handschuhe an hatte, damit wir nicht
mit Holzsplittern zu kämpfen haben würden.
Als ich dann das Wasser
aus der Waschtrommel ablassen wollte, stellte sich heraus, dass der
Schlauch blockiert war - wahrscheinlich war Wasser darin gefroren. Also
schöpfte ich meine 120 Liter Wasser von der Waschtrommel in einen
Abwassereimer und trug den dann weg zum Entleeren. Spülen war genau die
selbe Prozedur wie Waschen, problemlos wenn auch anstrengend. Als auch
das erledigt war und das Wasser wieder in der Wildnis war, gingen Anya
und ich noch Frischwasser holen, bevor wir uns ins Haus begaben, um die
Bettwäsche aufzuhängen. Nun tropft es hinter mir und ich frage mich, ob
ich wohl jemals eine Waschmaschine mit Schleuderfunktion haben werde,
oder ob ich damit zu viel vom Schicksal verlange.
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| Wäsche waschen, 5.3.2014 |
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| Wäsche trocknen, 5.3.2014 |